Eine Frau auf der Suche nach mehr Gelassenheit!





Mittwoch, 30. Juli 2014

1. Warum dieser Blog?

Ich bin 44, Vollzeitmama einer Zehnjährigen und eines Achtjährigen, mitarbeitende Ehefrau in der kleinen Firma des Mannes, Eigenheim-Besitzerin, Vorort-Bewohnerin einer deutschen Großstadt, Viel-Leserin, gelernte Lehrerin - halt eine ganz normale Frau mit einem ganz normalen Leben. Äußerlich scheint alles dem absoluten Durchschnitt zu entsprechen: Langweilig, etwas spießig - halt normal!

Doch in mir gibt es so ein kleines Wesen, einen Teil von mir, der die Welt schon immer mit anderen Augen betrachtet hat, als es für den deutschen Durchschnitt normal wäre. In den vergangenen Jahren bin ich dazu übergegangen, diesen Anteil in mir "meinen kleinen Zenmeister" zu nennen. Er beruhigt mich, wenn ich in Hektik falle. Er lächelt, wenn ich mich über Unnötiges aufrege. Er bringt mich zum Schweigen, wenn ich mich über andere Menschen ärgere. Er ermahnt mich scharf, wenn ich Vorurteile äußere oder oberflächlich bin.

Buddhismus und Zen - das sind keine Techniken, sondern eine Haltung: Das vorurteilslose Betrachten und Akzeptieren dessen was ist! Eine Haltung, die ich mir gerne zu eigen machen würde! Eine Haltung, die auch nicht nur auf den östlichen Kulturraum beschränkt ist. Ich beschäftige mich schon seit Studienzeiten mit Religion. Und auch, wenn mich der Buddhismus fasziniert, so glaube ich persönlich sehr wohl an einen Gott und erziehe meine Kinder christlich-katholisch. Ich bin davon überzeugt, dass sich christliche und buddhistische Denkweise sehr wohl und auch sehr gut vereinbaren lassen. Und auch, wenn in meinem Inneren mein kleiner Denker von mir zum Zenmeister erhoben wurde, so habe ich schon christliche Geistliche getroffen, die ein passendes Äquivalent sein könnten. 

Es geht hier in diesem Blog aber um die Haltung. Wie so oft im Leben hinkt der Anspruch ja gerne der Wirklichkeit hinterher. Bei mir bedeutet dies, dass ich eben oft hektisch bin, Unnötiges zu wichtig nehme, mich über andere aufrege und ärgere, Vorurteile habe oder oberflächlich bin. Und dann ruft die Stimme in mir: "Stop! Beende diese Gedanken und komme zu Dir zurück!" Das tut mir gut, aber es wirft die Frage in mir auf, warum ich immer wieder aus dieser Haltung der Akzeptanz und Toleranz herausfalle. Warum verfalle ich immer in dieses schädliche trennende Denken? Weil es alle machen, die mich umgeben? Weil die anderen auch immer hektisch, oberflächlich, verärgert oder ungerecht sind? Es kommt mir oft so vor, dass ich mich der Allgemeinheit anschließe im Motzen über das Wetter, die Politik oder ganz pauschal über die anderen. Ich unterhalte mich und stelle fest, dass ich mich ereifere gegen die anderen. Und dann frage ich mich, worüber ich mich denn unterhalten sollte, wenn diese Themen wegfallen würden. 

Mein Wunsch ist es, meine Gedanken hier niederzulegen. Dabei weise ich ausdrücklich darauf hin, dass dies alles rein subjektiv ist und keinerlei Anspruch auf wissenschaftliche Vollständigkeit haben soll. Jeder Buddhist wird Löcher in meinen Argumentationen finden können, so wie auch sicher jeder christliche Theologe. Jeder Mensch denkt anders, jeder macht eigene Erfahrungen, hat eigene Einstellungen und Hintergründe. Wer also hier zu Besuch auf meiner Seite ist, den bitte ich, seinen jeweiligen inneren Kritiker milde zu stimmen. In diesem Rahmen freue mich mich aber sehr über Kommentare und Anmerkungen. 
A

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